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Archiv: Wer & Was & Wann
Gäste und Themen beim TiB
20. Februar 2006

Friedrich Nowottny

Ehem. TV-Moderator u. WDR-Intentant

Bonner Geschichten

Über Fernsehen, Politik und Politiker

Tausendmal genau hat er ihn gesagt, den Satz, der so schlicht ist, aber trotzdem sein Markenzeichen wurde: "Auf Wiedersehen - das Wetter"! So beendete er immer den "Bericht aus Bonn", der Mann, der dieser Sendung das Gesicht gab und sie zu einem Markenzeichen des politischen Journalismus' in Deutschland machte: Friedrich Nowottny, mittlerweile 76 Jahre alt.Im Jahr 1985 hat er seine letzte Sendung moderiert; dennoch ist er noch heute, zumindest für die politisch interessierte Fernseh-Klientel, ein Begriff für Qualität, feine Ironie und immerwährenden Mut vor Fürstenthronen. Die Interviews, die Nowottny für den "Bericht aus Bonn" mit den Großen und Möchtegern-Grossen der politischen Szene jener Jahre geführt hatten, waren nie langweilig, weil keck geführt; nie informationsfrei, weil Nowottny im schlimmsten Fall die Informationslosigkeit der Aussagen, mit den ihn Gesprächspartner abspeisen wollten, als solche lächelnd brandmarkte. Legendär sein Interview mit dem damaligen Kanzler Willy Brandt, der ihn mit Ja-Nein-Antworten abzuspeisen versuchte - verkehrte Welt: ellenlange Fragen, ganz knappe Antworten. Am Ende stand allerdings Brandt ziemlich dumm da, weil Nowottny auch in dieser Situation Souveränität und Schlagfertigkeit bewies.Ein Jahrzehn lang führte Nowottny, nachdem er die Studioleitung in Bonn an Ernst-Dieter Lueg abgegeben hatte, als Intendant den WDR. Auch in dieser Funktion gelang es ihm, sich allen Versuchen der Politik, mehr Einfluss auf den Sender zu nehmen, erfolgreich zu widersetzen. 1995 zog Nowottny sich in ein (unruhiges) Pensionärsleben zurück; er ist und bleibt Journalist mit Leib und Seele und wird häufig als Gast in Talk-Sendungen ("Berlin Mitte", "Hart aber fair") und als Referent geladen. Und: er ist immer noch ein unabhängiger Geist, was ihn zum Beispiel nach der Bundestagswahl 2002 zum Privatsender RTL führte, wo er die Ergebnisse der Wahl kommentierte. Berührungsängste zu den Privaten hat er, obwohl fast 40 Jahre lang im öffentlich-rechtlichen System verankert, nie gehabt.Wie er die Fernsehlandschaft von heute beurteilt, was er sich für die Zukunft erhofft und was er befürchtet; wie sich die politische Landschaft von heute unterscheidet von der zu Zeiten des "Bericht aus Bonn"; welche Politiker ihm das Leben besonders schwer gemacht haben und welche ihm noch heute größten Respekt abnötigen, über all das hat Friedrich Nowottny am 20. Februar beim "Talk im Bock" berichtet.


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