04. Februar 2017

Abgrundtiefe Untiefen

Wie TiB-Autor Horst Hacker in der Memminger Zeitung berichtete, war das Booser Dorfgemeinschaftshaus mit 150 Gästen gut besucht, als Münchens ehemaliger Mordermittler Josef Wilfling (TiB-Gast Mai 2010) aus seinem reichhaltigen Erfahrungsschatz erzählte. Sie werden den Abend kaum vergessen, denn was der gebürtige Oberfranke aus Münchberg im einzelnen erzählte, machte viele der Saalgäste perplex. Wilflings Einblicke in die menschliche Seele öffneten den Blick hinunter in abgrundtiefe Untiefen.

Zum Beispiel bei dem Fall einer vermeintlich misshandelten Ehefrau, die ihren Geliebten erfolgreich zur Ermordung ihres Ehemanns anstiftete, während die Kinder  im Zimmer nebenan spielten. Der Geliebte erschoss den Ehemann, zerstückelte ihn und packte die Stücke in Tüten unters Sofa. Auf dem Sofa genehmigten sich Mörder und Anstifterin ein Gläschen Sekt, danach einen Beischlaf auf dem Küchentisch. Sie nächtigten später auf der Couch, unten drunter die zerstückelte Leiche.

Der 70-jährige Gast aus München hatte aber auch erfreuliche Nachrichten im Gepäck. So liegt die Mordrate (Tötungsdelikte pro 100.000 Einwohner) in Deutschland aktuell bei 0,8. Das ist die fünftniedrigste Quote von 194 erfassten Ländern. Im Vergleich der deutschen Bundesländer steht Bayern am besten da. Den traurigen Spitzenwert weist Honduras mit einer Rate von 90,4 auf.