26. April 2016

Abschalten vor dem GAU

Heute vor genau 30 Jahren, am 26. April 1986, ereignete sich in Block IV des  ukrainischen Atomkraftwerks Tschernobyl der erste Super-GAU (Explosion nach Kernschmelze) in der Geschichte der friedlichen Nutzung der Kernkraft. Die Organisatoren einer Kundgebung in Gundremmingen bei Günzburg an der Donau erinnerten auch daran, dass vor 50 Jahren Block A des schwäbischen Atomkraftwerks in Betrieb ging, der aber "zehn Jahre, zwei tote Arbeiter und einen Totalschaden später schon wieder aufgegeben werden" musste. Laut Augsburger Allgemeine existiert jetzt seit 10 Jahren das atomare Zwischenlager am Ort. Und vor fünf Jahren ereignete sich der zweite GAU (größter anzunehmender Unfall) im japanischen Fukushima.

Unter den 750 Teilnehmern der Kundgebung, die das "Abschalten vor dem Gau" forderten, war auch Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (TiB-Gast Januar 2007). ihren Worten zufolge sei Gundremmingen eines "der größten und unsichersten Atomkraftwerke Deutschlands", weshalb es so schnell wie möglich abgeschaltet werden müsse. Und wenn sie lese, dass Terroristen womöglich über Anschlagpläne auf Atomkraftwerke verfügten, dann "kriege ich eine Gänsehaut". Angesichts der latenten Terrorgefahr sieht sie Atomkraftwerke als doppeltes Sicherheitsrisiko.

Im Gundremminger Zwischenlager sollen mehr als 40 Castor-Behälter lagern, in denen sich hoch radioaktiver Müll befinde. Er entspreche dem, was beim Inferno von Tschernobyl an Radioaktivität freigesetzt worden sei.