Die renommierte Krisen- und Kriegsreporterin Antonia Rados (62), die April 2011 im TiB bei Bernd Dassel zu Gast war, kennt den Nahen Osten wie kaum ein zweiter Reporter. Seit vielen Jahren berichtet sie für RTL und n-tv über die Konflikte in der Region. Dabei scheut sie sich nicht, unter gefährlichen Umstanden hautnah an vorderster Front zu stehen. Jetzt sorgte sie mit einem Video für Aufsehen, das bild.de veröffentliche.
Sechs Monate lang war Rados auf den Spuren von Assads Schergen in Deutschland. Sie nenen sich Shabihas (übersetzt: die Geister) und sind im Strom syrischer Flüchtlinge mit nach Deutschland geströmt, um sich hier zu verstecken. Es ist eine Schläger- und Mördertruppe des Assad-Regimes, die alles machen dürfen, was ihnen gerade in den Sinn kommt: Zivilisten quälen, Frauen vergewaltigen, Wohnungen ausrauben. Jeder in Syrien kennt sie, jede Frau, auch jedes Kind. Assad ist zur Erhaltung seiner Macht auf solche Verbrecher angewiesen. Sie werden verwendet, um sich im Nachhinein seine Hände abzuwaschen und zu sagen: Das waren ja nicht meine Leute oder die legale Armee oder die Polizei. Unter den Schlägertrupps sind sehr viele Kriminelle, verurteilte Mörder und Vergewaltiger. Immer wieder werden Gefängnisse aufgemacht, um zu sagen: Geht hinaus, ihr bekommt Strafnachlass, dafür müsst ihr tun, was wir euch sagen.
Rados konnte mit Hilfe jugendlicher Syrer, die sehr gut vernetzt sind, solche Shbihas in Deutschland aufspüren. Einer von ihnen wurde in Dresden krankenhausreif geschlagen, weil er von einigen seiner Opfer wiedererkannt wurde. Sich auf einen Fall eines "IS"-Mitarbeiters berufend, äußerte Rados den Eindruck, dass die "deutschen Behörden nicht sehr aktiv geworden sind".