Als Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück (52) Februar 2013 Raimund Hasers Gast im Bocksaal war, gab er eindrucksvolle und ausdrucksstarke Kostproben seiner verbalen Kampfkraft, wenn es um soziale Belange der Belegschaft geht. Nach den lauten Überlegungen von Porsche-Finanzchef Lutz Meschke zu Einsparmaßnahmen beim schwäbischen Sportwagenbauer hat sich Hück postwendend zu Wort gemeldet: "Die Steinkühlerpause bleibt. Da gibt es nichts zu verhandeln".
Er stellte glasklar klar, dass die nach dem Gewerkschafter Franz Steinkühler benannte und bezahlte fünfminütige Pause pro Arbeitsstunde für Akkordarbeiter eine Errungenschaft zur Humanisierung der Arbeit im Kampf um mehr Menschlichkeit in der monotonen Fabrikarbeit ist, die er um jeden Preis verteidigen werde. Sie wurde in der Metall-Tarifrunde 1973 in Baden-Württemberg nach dreiwöchigem Streik von den Beschäftigten durchgesetzt. Nicht einmal während der schlimmsten Krise bei Porsche in den Jahren 1992 bis 1994 habe jemand diese Erholzeiten infrage gestellt. Sie seien Teil der gültigen Tarifverträge. Und die heutigen zweistelligen Umsatzrenditen fahre Porsche nicht trotz, sondern wegen der Steinkühler-Pause ein. "Da muss man doch ein Loch im Kopf haben, die abschaffen zu wollen!"
Weil laut STUTTGARTER ZEITUNG solche Ansinnen auf den für seine Kraftausdrücke bekannten Betriebsratschef wirken wie das rote Tuch auf den Stier, schlug Hück sogar solche Töne an: "Alles muss auf den Prüfstand. Vor allem Vorstände, die die Steinkühlerpause angreifen".