Die jetzige Kulturstaatsministerin der rotgrüngelben Ampelkoalitionsregierung Claudia Roth (TiB-Gast 2007) will den Schwerpunkt ihrer ministeriellen Arbeit auf Erinnerungskultur legen. Zudem fordert die Grünenpolitikerin "aufklärende Debatten" über Antisemitismusvorwürfe gegen Kuratoren der documenta, nachzulesen in Jüdische Allgemeine.
Was Erinnerungskultur betrifft, gehe es etwa um die Frage, wie Erinnerung vielleicht aussehen könne, wenn die letzten noch lebenden Zeitzeugen des Holocaust in hohem Alter verstorben sein werden. Roth wolle Erinnerungskultur auch um den Bereich der Dekolonialisierung erweitern. Als weitere Schwerpunkte nannte sie die "Gesellschaft der Vielen" und den Kampf gegen den Klimawandel. Weil man im Bundestag auch mit einer Partei konfrontiert sei, die einen Schlussstrich gezogen sehen möchte, darf es den auf gar keinen Fall geben, ohne Wenn und Aber.
Bezüglich des im Juni in Kassel beginnenden Kunstfestivals documenta fordert die 66-jährige Roth eine aufklärende Debatte über Antisemitismusvorwürfe gegen die Kuratoren des Festivals. Sie lässt keinerlei Zweifel: "Antisemitismus hat in unserem Land nichts zu suchen und auch auf der documenta keinen Platz." Im Januar hatte die Kasseler Initiative "Bündnis gegen Antisemitismus" den Organisatoren des indonesischen Künstlerkollektivs "Ruangrupa", das die dolcumenta 22 vorbereitet, vorgeworfen, die Ausstellung als Plattform zur Verbreitung israelfeindlicher Positionen zu missbrauchen.