Der aus Hersbruck bei Nürnberg stammende Dr. Günther Beckstein (CSU)ist zwar ein echter Franke und prostestantisch, war aber nichtsdestotrotz trotzdem einmal, wenn auch nur kurzzeitig, Ministerpräsident des Freistaats Bayern. Das war in den Jahren 2007 und 2008. Im April 2009 gastierte er als "MPr a. D." in der Festhalle beim TiB mit Bernd Dassel. Seither war es recht still um den als Hardliner bekannten Politiker geworden.
Vielleicht seinem Vorgänger Stoiber folgend, der kürzlich der Bundeskanzlerin wegen deren Flüchtlingspolitik ein Ultimatum stellte, obwohl er politisch längst nichts mehr sagen hat, weshalb ihn die Süddeutsche als "Zeus der CSU" belächelte, wagte sich jetzt auch Beckstein aus der Versenkung heraus in die Öffentlichkeit.
Und diese belehrende Lektion schrieb der jetzt 72-Jährige laut hriNFO seiner Kanzlerin ins Stammbuch: In einer Demokratie "bestimmt nicht eine Kanzlerin diktatorisch, was gemacht wird, sondern das wird in einem Parlament entschieden. Und in diesem Parlament hat die CSU eine erhebliche Bedeutung und wir meinen, dass es ohne Obergrenzen nicht geht". Beckstein zeigte sich optimistisch, dass sich Merkel auf die CSU zubewegen werde. Ob sein Optimismus heute noch besteht? Schließlich hat sich die Kanzlerin gestern im Wildbad Kreuth zum Verdruss Seehofers keinen einzigen Millimeter bewegt - und das in der "Höhle des brüllenden bayerischen Löwen" und obwohl zeitgleich Österreich mit seiner Festlegung von Obergrenzen gezeigt hat: Es geht doch!