Die Briten wollen gehen und die Welt ringt nach Worten. Als kühler Analytiker, wie er sich auch schon im September 2009 beim TiB mit Bernd Dassel präsentierte, hat sich der fraktionslose EP-Abgeordnete Martin Sonneborn (51) als erster gesammelt und fasst stellvertretend für Deutschland ein Statement über den Brexit zusammen. Dem, was er sagt, ist nichts hinzuzufügen.
"Wir haben Brexit, aber ist das wirklich so schlimm? Die Briten waren nie mit dem Herzen Europäer, anders als Napoleon, Hitler oder Helmut Kohl. Wir haben jetzt lediglich politisch vollzogen, was tektonisch schon lange vor Queen Mums Zeiten Realität ist: die Abspaltung vom Kontinent! Was wird uns fehlen? Die europaweiten Bildungsreisen britischer Jungmänner, kürzlich zum EM-Spiel nach Marseille? Rinderwahn? Klonschafe wie die Spice Girls? Maggy Thatcher, ein ehemaliges englisches Sexidol, hat nach dem Mauerfall gesagt: 'Wir haben die Deutschen zweimal geschlagen, jetzt sind sie wieder da'. Ich möchte heute entgegnen: Wir haben die Briten zweimal gewinnen lassen, jetzt sind sie wieder weg. Und deswegen werde ich morgen den Antrag stellen, dass ab sofort im Parlament ausschließlich Deutsch gesprochen wird. Ich freue mich schon auf die Dominoeffekte, die es nach sich zieht, wenn die Europäer erstmals verstehen, was Martin Schulz, mein Chef, Günther Öttinger und Elmar Brok, 174 Kilogramm konzentrierte CDU, wirklich zu sagen haben.
Noch eine Anmerkung: Es haben übrigens nur ein Drittel der jungen Briten abgestimmt. Das Ganze wäre nicht passiert, wenn es ein Youtube-Tutorial gegeben hätte, wie man wann und wo und warum ein Kreuz macht. Vielen Dank!"