09. Juni 2014

"Da treiben sich dunkle Gestalten rum"

Als der heute 41-jährige, aus dem Bayerwald stammende Lutz Pfannenstiel Anfang 2011 beim TiB zu Gast war, hatte er sich schon längst als "wuida Hund" einen legendären Namen gemacht. Als Fußball-Globetrotter durch und durch war er schon auf allen sechs Kontinenten im Tor gestanden. Und 2008 verschlug es ihn in die erste brasilianische Liga - als bislang einzigen Deutschen. Süddeutsche.de veröffentlichte unter dem Titel "Da treiben sich dunkle Gestalten rum" ein Interview mit ihm.

Seinen verbundenen Finger erklärte er damit, dass er beim Schwimmen im Amazonas von einem rosa Delfin gebissen wurde. Fußball sei in Brasilien nicht nur Sportart Nummer 1, sondern auch Ausweg Nummer 1, um den Favelas zu entfliehen. "Da treiben sich dunkle Gestalten rum, die junge Talente von den Eltern abkaufen und als Profis verhökern. Talentierte Profis spekulieren permanent auf den Absprung ins Ausland - ganz egal, in welche Liga. In manchen Arenen soll es nicht nur gewalttätig, sondern unappetitlich zugehen, weil Fans mit Kot und Urin gefüllte Tüten werfen, auch auf die Spieler.

Eines seiner ersten Spiele in Brasilien durfte der Lutz im legendären Estádio do Maracana bestreiten, das 1955 mit 200.000 Plätzen größtes Stadion der Welt war. "Da gehst du rein, spürst sofort die Atmosphäre und riechst die Geschichte". Wo die Besten der Welt - Pelé, Garrincha, Zico - herumliefen, das hat etwas Mythisches. Jetzt nach dem Umbau ist es eine moderne Hightech-Arena, wie sie auch in Wolfsburg, Shanghai oder anderswo stehen könnte.