06. April 2022

Das Paradies liegt vor uns

Unter diesem Titel wurde bei Gottfried Härle (TiB-Gast im August 2019) in der bekömmliche Biere brauenden Privatbrauerei eine Ausstellung eröffnet, die bis 19. Juni geöffnet bleibt. Bei der Eröffnung war auch Kulturstaatsministerin Claudia Roth (TiB-Gast im Januar 2007) zugegen. Aus der Überzeugung heraus, dass man künftiges Leben gerade in den jetzigen schweren Zeiten gestalten müsse, sagte das jetzt 66-jährige Grünen-Urgestein: "Wir wollen etwas verändern". Und Gottfried Härle, dessem Brauerei ihr 125-jähriges Bestehen feiert, gibt zu, dass eine Ausstellung in diesen Tagen "alles andere als leichtfalle". So ist es in der SchwäZ zu lesen.

 

Trotzdem wolle man es wagen, denn Kunst könne helfen, den Blickwinkel völlig neu auszurichten. Roth hielt eine "ebenso engagierte wie authentische Rede". Natürlich ging sie auch auf den mörderischen Angriffskrieg der Russen in der Ukraine ein: "Dies muss ein Verbrechen genannt werden, mit allen Konsequenzen auch für uns". Sie sprach von "Krieg gegen das Kulturerbe, auch gegen die Kultur der Demokratie".

 

Sie stellte die Frage in den Raum der Malztenne: "Wie kann man angesichts der Zerstörungen und der Leiden an das Paradies denken?" Man müsse künftiges Leben immer im Blick haben, es gestalten. Roth zitiert einen Song von Rio Reiser, Frontmann der Politrockband "TonSteineScherben" von 1972: "Schritt für Schritt ins Paradies". Sie hatte Rio Reiser gut gekannt, drei Jahre lang die Band gemanagt, mit den Musikern in einem Bauernhaus in Fresenhagen/Nordfriesland gelebt.