28. Mai 2017

Dem Affen zu lange Zucker gegeben

"Seit über 20 Jahren mache ich Wahlkämpfe. Ich liebe es, ich hasse es". Das ließ Wahlkampfmanager und Werber Frank Stauss verlauten, der im März 2016 im Bocksaal zu Gast war, um mit Moderator Andreas Müller den 172. Talk im Bock zu bestreiten. Auf seiner Homepage (www.frank-stauss.de) ist unter der Über- schrift "Die Rezeptur des Teufels" (Teil 1 der Populismus-Serie) zu lesen, dass wir keinen Mangel an rechtsnationalen Populisten mit demokratieverachtenden Grundeinstellungen haben, obwohl Wilders und Le Pen von den Wählern abgestraft wurde, die AfD sich selbst zerlegt hat und von Pegida kein Mensch mehr spricht. Dennoch blieben uns aber noch Putin, Trump, Orban oder der Brexit.

Die Bundesrepiblik Deutschland 2017 hält Stauss für wesentlich immuner gegen rechten Populismus als manche andere Demokratie westlicher Prägung. Weil in Österreich, Frankreich und England "dem Affen viel zu lange durch plumpe Anbiederung Zucker gegeben" wurde, müsse in Deutschland sehr genau darauf geachtet werden, was im Wahlkampf geschieht.

Für die aktuelle Neuauflage seines Buches "Höllenritt Wahlkampf" wurde der Autor von seinem Verlag (dtv) um ein ausführliches Kapitel zu den Mechanismen des Populismus gebeten. Auf diesem Blog werde er in loser Folge Auszüge aus dem Kapitel veröffentlichen. Sie zu lesen, sollte sich für den mündigen Bürger auf jeden Fall lohnen.