30. Dezember 2018

Den Arsch hochkriegen

Im letzten Monat diesen Jahres 2018, das im Hinblick auf die weltweite Situation der Menschenrechte alles andere als ein gutes Jahr war, stand Urs Fiechtner aus Ulm (TiB-Gast im November 2015) im Cubus des HMG der Schülerschaft der zehnten Klassen Rede und Antwort. Wie Karl-Heinz Schweigert in der SchwäZ schrieb, zeigte sich der Gast kompetent und mit eindrücklichen Argumenten auch sehr überzeugend.

Bedrückend wirkte die Warnung des Referenten vom Ulmer Behandlungszentrum für Folteropfer: "Ihr werdet weniger Menschenrechte und Freiheiten haben als euere Eltern, es sei denn, ihr stellt euch aktiv dagegen". Die Gefahrenpunkte zählte er anschaulich auf: Der Druck auf Journalisten, Naturschützer und Menschenrechtler nehme zu. Mit den digitalen Medien wachse der gläserne Bürger. Die Freiheit könne sterben, wenn es an Demokraten fehlt. Ganz wichtig sei daher die "Kontrolle der Macht von einem anderen, der Macht hat".

Das bequeme Argument, dass einer allein nichts dagegen tun könne, macht Fiechtner rasant. Er forderte die jungen Zuhörer auf, den Arsch hochzukriegen und sich mit innerer Härte und mit Geduld zu organisieren, sowie bei Rückschlägen auf gar keinen Fall zu resignieren.