30. Oktober 2016

"Den kannt ma guat braucha"

Mit "Mit Beschimpfungen werden wir die Wähler nicht zurückholen" betitelte der Münchner Merkur einen Artikel über einen Besuch Wolfgang Bosbachs (TiB-Gast im Januar 2014) bei der Jungen Union Erding im Saal der berühmten Weißbräu. Der renommierte CDU-Innenpolitiker, der in seiner Partei - man höre und staune - als Rebell gilt, erklärte bei diesem Anlass auch, warum dieser "Spitzname" ganz und gar nicht stimme.

Er sei gar kein Rebell, stellte der eine klare Sprache liebende und Tacheles sprechende Rhein- länder, aber "heute bist du schon Rebell, wenn du bei deiner Meinung bleibst. In keiner einzigen Frage vertrete ich eine Position, die nicht schon einmal offizielle Position meiner Partei war". Man dürfe sich nicht wundern, dass sich rechts was tue, "wenn die CDU nach links wandert". Die Union müsse sich mit der AfD unbedingt politisch auseinandersetzen, "denn nur mit Beschimpfungen werden wir die Wähler nicht zurückholen".

Der feststehenden Tatsache felsenfest eingedenk, dass wir eine christliche und keine islamische Tradition haben, könne er diesen Satz nicht teilen: "Der Islam gehört zu Deutschland". Denn dann gehöre auch die Scharia (religiöses Gesetz des Islam) zu uns. Schließlich stellte der Innenpolitiker unmissverständlich fest: "Integrieren müssen wir die Migranten nicht. Wir müssen ihnen dabei helfen, aber integrieren müssen sie sich schon selber". Das bedeute natürlich auch die Anerkennung unserer Leitkultur. Nur so sei ein friedliches Zusammenleben möglich.

Zum Streit der Unionsschwestern sagte "WoBo": "Gewinnen können wir die Wahl nur miteinander". Dazu riet er zu mehr Optimismus. - "Der würde uns guttun", meinte ein junger Gast bei der Verabschiedung und fügte hinzu: "Den kannt ma in da CSU guat braucha".