Tilman Mehl brachte im Sportteil der Allgäuer Zeitung eine "Randbemerkung" über Ralph Rangnick (TiB-Gast im Mai 2012) mit dem Titel "Der Muhamad Ali der Liga". Damit spielt er auf den legendären Boxweltmeister Muhamad Ali, vormals Cassius Clay an. Der riss seine Klappe weiter auf als heute ein Donald Trump, ließ aber im Unterschied zu jenem seinem Großmaul auch Taten folgen, und zwar in Form wuchtiger Schläge, die sich wirklich gewaschen hatten.
Wenn Mehl den Rangnick mit Ali vergleicht, dann deshalb, weil beide über ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein verfügen. Statt wie ein Schmetterling zu schweben und wie eine Biene zu stechen, erdenkt sich der ehrgeizige "Herr Fußballprofessor" neue taktische Kniffe, zum Beispiel den hängenden Keeper oder die fluidale Manndeckung. Rangnick würde auch gut zum FC Bayern passen, denn Sympathie schlägt beiden nicht entgegen. Solange der Erfolg da ist, ist das beiden aber egal. Und bisher ist er ja da.
Dass RB Leipzig und ihr bisheriger Erfolgstrainer Ralph Hasenhüttl künftig getrennte Wege gehen, darf zum Großteil Rangnicks individuellem Gestaltungswillen zugeschrieben werden. Denn richtig recht machen kann es dem Rangnick nur der Rangnick. Da überrascht es ganz und gar nicht, dass der Sportdirektor jetzt auch als Trainer im Gespräch ist. So müsste es eigentlich gelingen, Meinungsdifferenzen zwischen Sportdirektor und Coach auf ein absolutes Minimum zu reduzieren...