Der Pelzig, Erwin mit hard'm B wie Berda ist eine Kunstfigur. Der Mensch, der hinter dieser Kunstfigur steckt, ist der 1960 im Würzburger Steinbachtal geborene Kabarettist Frank-Markus Barwasser. Der war im Dezember 2011 Gast von Bernd Dassel beim Weihnachtstalk in der proppenvollen Festhalle. Während der Pause zur letzten Runde schmiss er sich in Pelzigs Kluft, setzte dessen verbeultes Cord-Hüdli auf und versetzte das Publikum mit ein paar Nummern aus seinem damals aktuellen Programm in amüsante Heiterkeit.
Gestern Abend strahlte das Bayerische Fernsehen ab 22 Uhr in seiner Sendereihe "Lebenslinien" einen biographischen Dokumentarfilm von Claudia Wörner über den jetzt 57-Jährigen aus. Titel: Der Pelzig und ich. Zu Wort kamen auch Barwassers drei Schwestern, deren eine glaubhaft zu versichern wusste: "Er war nicht der Familienkasper, überhaupt nicht". Wie zu sehen war, trat er in seinen Anfängen in kurzen Hosen auf. Bei seinem allerersten Programm im Disput mit dem "intellektuellen" Dr. Göbl und seinem proletarischen Kumpel Hardmud ging er noch davon aus, dass es schon für ein paar Monate reichen würde, ganz und gar aber nicht davon, dass seine Programme über 20 Jahre Bestand haben könnten.
Nach in die Brüche gegangenen zweisamen Beziehungen zog er sich zurück, weil er ganz er selbst sein wollte. Erst durch die Verbindung mit Katharina traute er sich zum Traualtar und die große Aufgabe und das Abenteuer, Vater zu werden, zu. Jetzt trägt er, wie zu sehen war, ganz väterlich fürsorglich einen strammen kleinen Nachfolger auf dem Arm, freilich (noch) nicht mit Cord-Hüdli. Sein seit Februar laufendes neues Bühnenprogramm heißt "Weg von hier". Darin erkundet Pelzig Fluchtwege aus der Wirklichkeit.
Wer die Sendung nicht gesehen hat, kann das ganz leicht nachholen. Der BR bietet sie in seiner Mediathek an.