Der Mann, der am 11. Oktober 1987 in der Badewanne des Zimmers 317 des Genfer Hotels Beau Rivage die Leiche des damals 38-jährigen schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Uwe Barschel (CDU)auffand und fotografierte, ist der ehemalige stern-Reporter Sebastian Knauer (66). Sein Foto hat wirklich Geschichte geschrieben, ist als eines der wichtigsten Bilder deutscher Pressegeschichte um die Welt gegangen. Nachdem die ARD am 6.2. unter dem Titel "Der Fall Barschel" einen Spielfilm über den bis heute ungeklärten Mordfall dieses Politthrillers ausstrahlte, war Knauer gestern Abend einer der Gäste in der ZDF-Talkshow "Markus Lanz". Im Oktober 2012 talkte Bernd Dassel mit ihm im Bocksaal über "Watergate in Kiel".
Zu seinem Motiv, Barschel nachzureisen, sagte Knauer: "Ich bin nicht nach Genf gefahren, um einen Toten zu finden, sondern um ein Interview mit einem entspannten Barschel zu führen". Er habe sich einen lebenden, wohlgemuten, einen motvierten Barschel für das Interview gewünscht. Barschel hatte den Bürgerinnen und Bürgern von Schleswig-Holstein, ja der gesamten deutschen Öffentlichkeit sein Ehrenwort gegeben, dass alle Vorwürfe gegen ihn, seinen politischen Widersacher Björn Engholm (SPD) im Wahlkampf ausspioniert zu haben (Waterkant-Affäre), damit ein "ganz starkes Statement" (Lanz), mit dem er sich angreifbar machte. Weil klar war, "dass es nicht zu halten war"(Lanz), rief das die Journalisten auf den Plan, in den Abgründen dieser politischen Affäre gründlich zu recherchieren.
Durch den Todesfall Barschel rückte die Deutsch-Schweizerin Kim-Anne Jannes (TiB-Gast im November 2011) in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. In der RTL-Sendung "Das Medium" hatte sie ihre Fähigkeit, Kontakte zu Verstorbenen aufzunehmen, unter Beweis gestellt. Nachdem Barschel-Witwe Freya Jannes' Dienste in Anspruch genommen hatte, um ihren Seelenfrieden zu finden, teilte ihr Jannes mit, dass ihr Mann eines gewaltsamen Todes (Gift durch Lüftungsanlage) gestorben sei. Das hatte für viel böses Blut gesorgt.
