Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck (TiB-Gast von Bernd Dassel im März 2011), der 40 Jahre seines bisher 76-jährigen Lebens unter dem kommunistischen SED-Regime in der DDR verbrachte, traf im Rahmen seines 5-tägigen Staatsbesuchs im kommunistischen China auch auf Studenten. An der Tongij-Universität in Shanghai erteilte er ihnen in seiner Rede eine Lehrstunde in Sachen Demokratie und Freiheit. Seine Worte richteten sich auch an die kommunistische Führung im fernen Peking, der er damit ganz gehörig die Leviten gelesen hat.
Wie Augsburger Allgemeine unter Berufung auf dpa am gestrigen Gründonnerstag weiter berichtet, sprach Gauck die Defizite in Politik und Gesellschaft der Volksrepblik an. Er mahnte zu mehr Rechtsstaatlichkeit und Demokratie und wurde dabei auch grundsätzlich: Die Menschenrechte seien nämlich universell und keine westliche Erfindung. Dabei erinnerte er an das Ende der DDR im Jahr 1989: "Das menschliche Verlangen nach Freiheit bricht sich immer wieder Bahn". Macht dürfe sich niemals über das Recht stellen. Seine eigene Erfahrung mit der kommunistischen Herrschaft beschrieb er so: "Es war ein Staat, der sein eigenes Volk entmündigte, einsperrte und jene demütigte, die sich dem Willen der Führung widersetzten".
Deutschland habe sich erst nach der Katastrophe des Nationalsozialismus und der Niederlage im Zweiten Weltkrieg und zunächst nur im Westen für die Prinzipien der bürgerlichen Freiheit geöffnet: "Unveräußerliche Menschenrechte und Herrschaft des Rechts, Gewaltenteilung, repräsentative Demokratie und Volkssouveränität" - davon ist China noch meilenweit entfernt.