Fast 10 Jahre sind seit September 2008 vergangen, als die damalige Autorin Svenja Flaßpöhler mit Bernd Dassel über die Frage talkte, ob der Tod Segen sein kann. Natürlich konnte sie bei diesem Thema aus erster Hand mitsprechen, weil sie Sterbehilfe aus nächster Nähe erlebt und auch darüber geschrieben hatte. Nachdem es die ganzen Jahre über recht still um die Berlinerin, die jetzt 43 Lenze zählt, geworden war, tauchte sie vor wenigen Tagen im ZDF auf, um mit Richard David Precht über die Zukunft von Mann und Frau zu sprechen. Speziell auch darüber, wie es um die Gleichberechtigung der beiden Geschlechter in der gesellschaftlichen Wirklichkeit bestellt ist.
Mit völlig anderem flotten Outfit als damals im Bocksaal, musste man schon die Augen schärfen und genau hinsehen, um die Philosophin erkennen zu können. Weil Svenja im Frühjahr diesen Jahres wieder einmal "ein wunderbares kleines Buch" (Precht) geschrieben und veröffentlicht hat, war sie natürlich eine sehr sachkompetente Gesprächspartnerin. Der Titel ihres neuen Buches: Die potente Frau: Für eine neue Weiblichkeit.
Und so lässt sich ihr Credo in knapper Form zusammenfassen: Erst wenn Frauen sich selbst und ihre Lust als potente Größe begreifen, befreien sie sich aus der Opferrolle. Erst wenn sie Autonomie nicht bloß einfordern, sondern auch wagen sie zu leben, sind sie wahrhaft selbstbestimmt. Nur so kann das Geschlechterverhältnis wirklich gelingen, ist Svenja überzeugt.