Die wegen ihrer Furchtlosigkeit und ihres Mutes bekannte und verehrte Krisen- und Kriegsreporterin Antonia Rados (63) begann ihre Karriere beim ORF. Ab Mitte der 90er Jahre war sie für RTL unterwegs, beispielsweise während des Irakkrieges in Baghdad. April 2011 war sie Bernd Dassels TiB-Gast in der Mensa. Mittlerweile ist sie Chefreporterin Ausland bei RTL. In hartnäckigen Interviews hat sie auch so "hehren" Typen wie Ghadaffi, Ahmadinedschad oder Erdogan auf den Zahn gefühlt. Ende letzten Monats gab sie der Hamburger Zeitschrift EMOTION ein ausführ- liches Interview.
Zuletzt war sie in Afghanistan (Reportage über eine außergewöhnlich mutige Frau) und im Iran (Reportage über eine geschiedene Taxifahrerin, die sich ihren Lebensunterhalt und den ihrer Tochter selbst verdient) unterwegs. Zwei Beispiele, die sie erinnern: Wenn man als Frau in der muslimischen Welt unterwegs ist, "sieht man Frauenthemen auf der Straße liegen, man muss sie nur aufheben".
Eine ihrer Erkenntnisse: Wenn es der ganzen Gesellschaft schlecht geht, geht es den Frauen besonders schlecht. Oder genauer: "Ich treffe Frauen, die nicht von ihren Rechten träumen, weil sie nur Hungerträume haben". Was die muslimische Kleiderordnung für Frauen betrifft, gesteht Rados, dass sie im Jemen freiwillig eine Nikab (Voll-Verschleierung) angelegt habe, "weil ich mich so unerkannter bewegen konnte. Erst da merkt man, was für ein Schutz und Gefängnis zugleich dieser Umhang ist".
Gefragt, ob sie bei ihrer Berichterstattung aus Krisengebieten auch Angst habe, gibt sie das unumwunden zu. Manchmal wünsche sie sich, um einiges mutiger zu sein, denn: "Ich bin ein durchschnittlicher Feigling".