30. Januar 2018

Eine Lanze für die Anständigen

Mitte Januar war sie Festrednerin beim Neujahrsempfang in Mengen, die langjährig renommierte TV-Krisen- und Kriegsreporterin Antonia Rados (TiB-Gast von Bernd Dassel im April 2011). Wie SZON berichtete, brach sie dabei eine Lanze für die Anständigen. In Anlehnung an den österreichischen Philosophen Viktor Frankl gäbe es nur zwei Rassen auf der Welt: die Unan- ständigen und die Anständigen. Selbstverständlich sei jeder dazu aufgerufen, die Minorität der Anständigen zu stärken.

Wie schon früher bei anderen Anlässen, bezeichnete sich die jetzt 64-jährige Kärntnerin auch in Mengen als "durchschnittlicher Feigling". Im Hinblick auf das Zuwanderungsthema und den Zusammenhalt in Europa empfahl sie aber, dass man nicht nur der eigenen Angst nachgeben, sondern auch andere hören und wahrnehmen solle. Sie selbst brauche in Angstsituationen jemanden, der ihr sagt, wo es lang geht und dem sie vertrauen könne. Ihr Kameramann sei da immer viel mutiger gewesen.

Das Bild von der Insel bemühend, erläuterte sie: "Leben in Krisengebieten bedeutet, dass niemand das allein übersehen kann. Ohne die vielen Fahrer, Kontakte und Helfer vor Ort wäre ich nicht mehr am Leben". Sie zeigte sich überzeugt davon, dass "nicht zählt, in welche Lebensumstände man hineingeboren wurde, sondern was man aus seinem Leben macht". Jeder könne für sich entscheiden, ob er eine Insel bleiben oder ob er auf andere zugehen möchte.