Am heutigen 27. Januar, dem 72. Jahrestag der Befreiung des NS-Vernichts- lagers Auschwitz bei Krakau in Polen durch die Rote Armee, der als Holocaust-Gedenktag begangen wird, soll auch an den TiB-Gast von März 2014, Jennifer Teege (46) erinnert werden. Wie beim TiB vor drei Jahren gab sie neulich im Bayern-Kolleg Schweinfurt eine Lesung aus ihrem autobiografischen Roman "Mein Großvater hätte mich erschossen". Gemeint ist Amon Göth, der einstige KZ-Kommandant von Plaszów. Während des 2. Weltkriegs war er dort für den Tod tausender von Menschen verantwortlich. Berühmt wurde er vor allem wegen seiner außergewöhnlich berüch- tigten Grausamkeit.
Teege, die dunkelhäutige Tochter eines Nigerianers, erfuhr erst mit knapp 40 Jahren die Wahrheit über das, wie sie sagt, "toxische" Familiengeheimnis. Das vorwiegend jugendliche Schweinfurter Auditorium nahm während der 60-minütigen Lesung spür- und sichtbar Anteil an Jennifers schwierigen und berührenden Verarbeitungsprozess.
In der anschließenden Diskussion offenbarte Teege, dass es ihr vorrangig darum gehe, den Holocaust, Unmenschlichkeit und Ausgrenzung nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Das Wissen über die Verbrechen der Nazis wäre unabdingbar, sowohl für die Gegenwart als auch für die Zukunft.