22. Juli 2016

Erinnerung an 1933

Die Neue OSNABRÜCKER ZEITUNG fasst heute die gestern im ZDF ausgestrahlte gleichnamige Talkshow von Maybrit Illner (TiB-Gast im Mai 2005) zusammen, bei der es hoch herging. "Erdogans Rache - Ist die Türkei noch unser Partner?" lautete der Titel der Talkrunde., bei der Illner als Moderatorin ihre liebe Mühe hatte, das Heft in der Hand zu behalten und sich das nötige Gehör zu verschaffen. Einer der Studiogäste war der emeritierte Geschichtswissenschaftler Prof. Dr. Michael Wolffsohn (69), der im Januar diesen Jahres beim Talk mit Andreas Müller im Bocksaal zu Gast war.

Der Ex-Professor an der Universität der Bundeswehr äußerte, dass ihn die derzeitigen Ereignisse in der Türkei an die Machtergreifung der Nazis 1933 erinnerten. Das Vorgehen der Erdogan-Regierung sei wie aus dem Lehrbuch der Geschichte. Die Putschisten könne man mit den Widerständlern vom 20. Juli 1944 gleichsetzen. Der Ausnahmezustand und andere verhängte einschneidende Maßnahmen hätten für die Türkei verheerende Folgen. Das Land habe eine gespaltene Gesellschaft. Der türkische Präsident sei unberechenbar. Da die Türkei von NATO und EU abhängig sei, müssten beide Bündnisse auf die Einhaltung von Regeln pochen.

Dem Vorsitzenden des Menschenrechtsausschusses des türkischen Parlaments, Mustafa Yeneroglu (AKP),schmeckten solche Worte Wolfsohns ganz und gar nicht. Er fiel dem renommierten Historiker in übelster Weise massiv ins Wort. Der reagierte ungewohnt ungehalten, so dass es beinahe zum Eklat kam.