Die gestrige ZDF-Talksendung "Markus Lanz" gab einen so bitteren Vorgeschmack auf den 190. Talk im Bock, dass auch der frühere Hamburger Erste Bürgermeister Ole von Beust seine Tränen nicht verbergen konnte. Neben ihm am Tisch saß nämlich mit Professor Jan Ilhan Kizilhan (Bild) unser Gast der nächsten Veranstaltung am 13. November. Außerdem die 1993 im irakischen Sindschar geborene Menschenrechtsaktivistin Nadia Murad. Seit ihrer Ankunft in Deutschland 2015 wird sie von Kizilhan psychotherapeutisch betreut.
Seit September 2016 ist Nadia als Überlebende des Genozids an den Jesiden im Jahr 2014 "Sonderbotschafterin für die Würde der Überlebenden von Menschenhandel" der Vereinten Nationen. Sie selbst wurde von den terroristischen Bestien des selbst ernannten Islamischen Staats entführt, versklavt, verkauft, gefoltert und vielfach vergewaltigt. In einem sehr bewe- genden Buch schreibt sie, dass es besser gewesen wäre, "sie hätten uns einfach getötet". Prof. Kizilhan schildert in seinem Buch "Die Psychologie des IS" in unsäglich schockierender Weise vieler solcher Schicksale. Beim Überfall ihres Dorfes durch die Teufel des IS verlor Nadia ihre Mutter und sechs ihrer Brüder. Insgesamt kamen 18 Mitglieder ihrer Familie durch den IS zu Tode.
Kizilhan ist einer der renommiertesten Trauma-Experten Deutschlands. Er hat vor allem IS-Opfer therapiert und sagt: "Ich habe mittlerweile so viele Opfer von Islamisten gesehen, dass ich mich manchmal frage: Wie können Menschen nur so grausam sein?"
Wer den TV-Talk im ZDF nicht gesehen hat, aber daran interessiert ist, sei auf die Mediathek des Zweiten Deutschen Fernsehens verwiesen.