26. Mai 2014

EU melken wia a Kuh

Nicht Neckermann, sondern der Wegfall der 3 Prozent-Sperrklausel hat es möglich gemacht: Martin Sonneborn (49), der satirische Vorsitzende und Spitzenkandidat seiner Spaßpartei Die PARTEI hat es mit 184.525 erhaltenen Stimmen (0,6 Prozent) geschafft, ins EU-Parlament einzuziehen. Noch kaum ausgejubelt, kündigt er bereits Pläne für Brüssel an.

Persönlich fängt er schon damit an, seinen Abschied vorzubereiten. "Ich werde mich vier Wochen lang intensiv auf meinen Rücktritt vorbereiten", sagte Sonneborn der DPA. Wie DER TAGESSPIEGEL berichtet, kündigte er ein Rotationsprinzip an: "Wir werden versuchen, monatlich zurückzutreten, um 60 Parteimitglieder durch das EP zu schleusen". So kassiert jedes Mitglied 33.000 Euro und kann damit luxuriösen Brüssel-Urlaub vom Feinsten machen. Danach kann jeder noch 6 Monate lang Übergangsgelder beziehen. Seltsam findet es der Real-Satiriker nicht, "die EU wie ein kleiner südeuropäischer Staat zu melken". Auch glaubt er nicht, dass "wir die Verrücktesten sind im Europaparlament".

Ernsthafte Analysen bescheinigen Der PARTEI gelungene Systemkritik. "Nein zum EU-Norm-Penis" und "Schwarzfahren muss bezahlbar bleiben" - auch das waren Forderungen aus dem Wahlkampf der "politikparodistischen Spaßguerilla" (FAZ).