10. März 2022

Frieren für die Freiheit

In Sandra Maischbergers ARD-Sendung "maischberger - die Woche" sprach sich am gestrigen Mittwochabend eine deutsch-ukrainische Autorin vehement für die Errichtung einer Flugverbotszone über der Ukraine aus. Ein Militärexperte warnte dagegen vor deren unkalkulierbaren Folgen. Und unser TiB-Gast im März 2011, Altbundespräsident Joachim Gauck (82), forderte die Deutschen, um Russland zu schaden, derweil zum Frieren auf. So beschreibt es Thomas Fritz in seiner TV-Kritik, die bei gmx.net heute im Internet erschienen und nachlesbar ist.

 

Der Altbundespräsident rang mit einer Position, mit welchen Mitteln es möglich sein sollte, der von Russland mit einem Angriffskrieg überzogenen Ukraine zu helfen. "Unter Schmerzen" befürwortet er einerseits eine Flugverbotszone. Andererseits warnte er jedoch davor, dass es auf gar keinen Fall zum Abschuss russischer Flugzeuge durch Streitkräfte der NATO kommen dürfe.

 

Dass der frühere Bundespräsident ein sehr begnadeter politischer Redner im Land ist, bewies er auch in Maischbergers Sendung. Besonders SPIEGEL-Autor Markus Feldenkirchen schien regelrecht an den Lippen des 1940 in Rostock geborenen einstigen evangelischen Pastors zu hängen.

 

Emotional löste ein Satz wie "Für die Freiheit können wir auch mal frieren" Gänsehaut aus. Gemeint war damit, dass Deutschland auf ein Stück Wohlstand verzichten könne, um ein klares Zeichen gegen Russland zu setzen - zum Beispiel durch den Verzicht auf Energieimporte. Das war laut Kritiker Fritz der Gauck-Moment 1 des Abends.

 

2. Gauck-Moment des Abends war sein Fazit zum Thema "atomare Bedrohung durch Putin". Gaucks Standpunkt dazu: "Es ist nicht realistisch, damit zu rechnen, dass er die Option einer atomaren Auseinandersetzung wählen wird". Zur Begründung: Putin wolle letztlich als ruhmreicher Lenker des riesigen russischen Staats in die Geschichte des Landes eingehen.

 

Und der Gauck-Moment 3 des Abends: Er macht keinen Hehl daraus zu offenbaren, dass er dem im Geheimdienst KGB sozialisierten "Homo Sovjeticus" Putin gegenüber immer misstrauisch blieb. Weil Feindbilder im Westen als obsolet galten, erklärte Gauck: "Das ist tugendhaft, kein Feindbild zu haben. Aber man darf nicht so blöd sein zu glauben, die Feindschaft gibt es nicht mehr". Gegenüber autokratischen Systemen müsste freiheitliche Demokratie beständig von neuem verteidigt werden.