Letzten Montag ging es in Frank Plasbergs (TiB-Gast im Juni 2011) ARD-Talkshow "Hart aber Fair" um die Frage "Warum die Deutschen den Banken nicht mehr vertrauen". Einer der Gäste war der frühere Investmentbanker Rainer Voss (57), der im Januar 2015 beim Talk im Bocksaal zu Gast war. Bekannt gemacht hat ihn vor allem der preisgekrönte Kino-Dokumentarfilm "Master of the Universe". Die ARD-Gesprächsrunde zeigte unzweifelhaft, was die Deutschen von den Banken und deren "beratenden" Bankern halten: wenig, sehr wenig, um nicht zu sagen: nichts!
Voss entwarf ganz genüsslich den GAU der Sparerwelt: "Stellen Sie sich vor, wir haben 0,3 Prozent Negativzinsen. Eine Bank mietet im Gewerbegebiet ein Lager, legt drei Milliarden da rein und umstellt das Ganze mit Sicherheitsleuten. Dann begibt sie Zertifikate auf den Wert, der da drin liegt". Solche Szenarien würden ganz realistisch in der Bankenwelt durchgespielt, behauptete Voss - und niemand widersprach ihm.
An anderer Stelle der Sendung sagte Voss, dass es in Deutschland 1,1 Millionen verschiedene Zertifikate gebe, während ein Discounter gerade mal 15.000 verschiedene Produkte im Laden habe. Kein Profi würde diese Zertifikate anfassen, "weil ihre Gebühren alle zu teuer sind". Das sei nur etwas für Privatanleger, so Voss' zynische Anmerkung.