Obwohl es GröVaZ (größter Vorsitzender aller Zeiten) Martin Sonneborn (49) ganz fest vorhatte, nach genau einem Amtsmonat im Brüsseler Europa-Parlament zurückzutreten. setzte er dieses Vorhaben nicht um. Nachdem der bekannte Parteienkritiker Prof. Hans-Herbert von Arnim auf das Risiko der Nichtannahme eines Rücktritts aus Mutwilligkeit hinwies, sieht sich der Vorsitzende der Partei Die PARTEI, wie Markus Kompa in TELEPOLIS schreibt, vorerst gezwungen, der Form halber seine Zeit als MdEP im Europaparlament abzusitzen.
Gefragt, ob er Versagensängste verspüre, weil er an seinem Rücktritt gescheitert ist, bejaht Sonneborn ohne Wenn und Aber. Wie seine neuen Kollegen auch, bekämpfe er allabendlich seine Ängste mit gutem Essen und Alkohol, zumeist auf Einladung der üppig ausgestatteten deutschen Landesvertretungen in Brüssel. Außerdem habe er überlegt, sich bei Experten Rat zu holen, zum Beispiel bei Christian Wulf.
Das EP mit der DDR-Volkskammer - beide Parlamente ohne Gestaltungsspielräume - vergleichend, seien die Abstimmungen unspektakuläre reine Formsache, weil vorher bereits alles beschlossen ist. Vor allem in der Kommission von Beamten, die die Kommissare als Stroh- oder Hampelmänner vor sich schieben.
Ulkig sei das Abspielen der europäischen Hymne gewesen. Inmitten der nicht integrierbaren Verhaltensauffälligen wie Le Pen, Lucke oder von Storch sitzend, sind "sämtliche Nationalisten und Rechtsradikale aufgestanden und haben sich umgedreht".