24. April 2016

Gehört der Islam zu Deutschland?

Am 19. April berichtete ARD-Moderatorin Gabi Bauer im Nachtmagazin darüber, dass die "Alternative für Deutschland" (AfD) den Islam als eine politische Ideologie betrachtet, die nicht mit dem Grundgesetz vereinbar sei, folglich auch nicht zu Deutschland gehöre. Die Empörung darüber hatte nicht lange auf sich warten lassen. Deshalb interviewte sie den deutsch-ägyptischen Islamkritiker und Publizisten Hamed Abdel-Samad, der vor zwei Jahren beim "Talk im Bock" zu Gast war. "Fatwa, im Fadenkreuz radikaler Islamisten" lautete der Titel der Veranstaltung mit Moderator Raimund Haser.

Dass Islam und Demokratie nicht miteinander vereinbar sind, so der deutsch-arabische Muslim, "ist eigentlich grundsätzlich nicht falsch". Der Islam habe nämlich viele Probleme mit der Demokratie. Man müsse aber "unterscheiden zwischen dem Islam als einer Religion und einer politischen Ideologie". Gabi Bauer unangenehm überrascht: "Sie haben ja das gesagt, was die AfD auch gesagt hat, also Sie bestätigen das ja". Abdel-Samad: "Das ist das Problem der Politik der Mitte, dass sie dem, was AfD sagt, erst widersprechen muss". Von solchem Zwang müsse man sich befreien, folgerte der renommierte Publizist, und die islamkritische Debatte in die Mitte der Gesellschaft holen.

Beides sei der Islam, zeigte sich der Islamkritiker überzeugt, eine Religion, eine politische Kraft, aber auch eine politische Ideologie, eine Rechts- und Gesellschaftsordnung. Genau diese Teile des Islam "sind problematisch und können auch nicht Teil Deutschlands werden".