07. Januar 2018

Geschätzt und angefeindet

Am 2. Januar 1978, also vor fast genau 40 Jahren, startete im Zweiten Deutschen Fernsehen das "heute-journal". Es startete mit Dieter Kronzucker als Moderator, der damals ganz sachlich diese Worte sprach: "Also, wir begrüßen Sie zum heute-journal". Vor bald 10 Jahren, im Oktober 2008, hatte Bernd Dassel den damals schon als Reporter-Legende apostrophierten Journalisten und Auslandsreporter in seinem Talk im Bock. Eine Woche vor der damaligen US-Präsidentschaftswahl ging es vor allem um das Thema "Obama oder McCain?". Jetzt in der Ära Trump ist Obama schon seit über einem Jahr wieder Geschichte.

Wie Redaktionsleiter Wulf Schmiese zum 40-jährigen Sendungs-Jubiläum schreibt, sind Idee und Konzept der Sendung nach wie vor modern. Kein Nachrichten-Magazin erreicht in Deutschland mehr Menschen als das "heute-journal". 2017 waren es im Schnitt täglich 3,8 Millionen. Das ist weit mehr als in den Anfangsjahren und weit mehr als andere Medien für sich erreichen.

Der heute 81-jährige Grandseigneur des Nachrichtengewerbes ist inzwischen mehr als doppelt so alt wie die Sendung, die er heute noch genauso aufmerksam verfolgt als damals in den Anfängen. Auf sie rückblickend, hob er jetzt noch einmal ihre besonderen Vorzüge hervor: ein Appell gegen den Verlautbarungs-Journalismus, Veränderung der Nachrichtensprache mit Konjunktiv und Passiv, anschauliche Bilder, vor allem aber direkte Ansprache von "Ross und Reiter". Und: geschätzt und angefeindet, jedenfalls immer Teil der täglichen Debatte. So wie es war, so soll es bleiben.