Im April diesen Jahres war der Politologe und Islam-Kritiker Hamed Abdel-Samad zu Gast beim "Talk im Bock" mit Moderator Raimund Haser. Neulich hat er der Pforzheimer Zeitung ein Interview gegeben, in dem er über sein neues Buch, über den Islam, über sein Leben unter Polizeischutz und über den IS gesprochen hat.
Weil es keinen Spaß mache, unter ständiger Bedrohung durch radikale Islamisten mit Polizeischutz zu leben, er aber "ein Stück Normalität" wolle, bekräftigte er, "für eine Weile" gehen zu wollen. Weil er sich kein Blatt vor den Mund nehme, werde es für Menschen wie ihn "immer ungemütlicher in Europa". Die Zahl der Radikalen nehme zu und offenbar "hat keiner ein Rezept dagegen". Kritikern wie ihm werfe man Panikmache vor. Bei Erscheinen seines Buches habe es den (selbsternannten) "Islamisischen Staat" noch gar nicht gegeben. Er habe aber "davor gewarnt, dass wir vor einer Schlacht von apokalyptischen Dimensionen stehen".
Was IS und Al Kaida machen, sei nicht unislamisch, denn der Islam lasse diese Lesart des Koran zu. Auch vor 1400 Jahren sei der Islam in seiner Entstehung grausam und gewalttätig gewesen. "Es wurde Krieg geführt im Namen der Religion. Der Prophet ließ Ungläubige enthaupten". Im Koran gebe es 206 Passagen, die Krieg und Gewalt verherrlichen, darunter 25 Tötungsbefehle für Ungläubige. "Das Problem beim Koran ist: Er gilt als das unverfälschte Wort Gottes, das für alle Zeit Gültigkeit hat". Da gebe es keinen Spielraum.