Mit dieser für Dr. Gerd Müller (66), unseren TiB-Gast von September 2016, bezeichnenden Aussage als Titel gab es letzte Woche in der Allgäuer Zeitung einen Artikel zu seinem künftigen Werdegang. 27 Jahre verbrachte der in Durach bei Kempten lebende CSU-Politiker als Abgeordneter im Deutschen Bundestag, acht Jahre lang übte er das Amt des Bundesministers für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung aus. Nachdem die Unionsparteien die letzte Bundestagswahl im vergangenen Herbst verloren, schied Müller aus der Bundespolitik aus. Jetzt hat er sein neues Amt bei der UNO in Wien gefunden und angetreten.
Weil die Mühlen der Vereinten Nationen offenbar recht langsam mahlen, findet sich in seinem neuen Büro bisher nur ein kleiner weißer Porzellan-Löwe. In ein paar Wochen soll in seinem Vorraum das Allgäuer Bergpanorama hängen, das er sich gewünscht hat. Auf der anderen Seite eine Bildergalerie des Kinderhilfswerks Unicef.
Als Generaldirektor der Unido, der Organisation für industrielle Entwicklung, ist der Allgäuer fortan der einzige Deutsche in einem Spitzenamt der UNO und erster Unido-Chef, der nicht aus einem Schwellen- oder Entwicklungsland kommt. Seine Aufgabe erklärt er in schönstem Managerdeutsch so: "Nicht mehr Milliarden an Fördergeldern nach Asien, Afrika und Lateinamerika umleiten wie in seiner Zeit als Minister, sondern in diesen Ländern Fortschritt durch Innovation anzustoßen". Es geht ihm darum, Projekte und Investoren zusammen zu bringen. Deshalb arbeiten in seiner Organisation keine Entwicklungshelfer, sondern vor allem Ingenieure und Techniker. "Wir haben", sagt Gerd Müller, "die Lösungen".