28. Februar 2021

In der Krise zu leise Kirchen?

In Anbetracht der großen Herausforderungen, vor die die Menschen durch die anhaltende Corona-Pandemie  gestellt werden, wird gegenüber Amts- und Würdenträgern der evangelischen und der katholischen Kirche immer mehr Kritik laut, sie würden die durchaus umstrittenen staatlichen Vorgaben allzu klaglos hinnehmen. Das veranlasste die Augsburger Allgemeine, dazu sieben Persönlichkeiten zu Wort kommen zu lassen, darunter auch den jetzt 80-jährigen früheren Abtsprimas des Benediktinerordens, Notker Wolf, der im Oktober 2013 im TiB in der Festhalle zu Gast war. Der katholische Ordensmann lebt jetzt in der Erzabtei St. Ottilien im oberbayerischen Landkreis Landsberg am Lech. Gegenüber AA äußerte sich der 1940 in Bad Grönenbach (Unterallgäu) geborene so:

 

Das Christentum hat sich in dieser Pandemie doch von seiner besten Seite gezeigt! Weil viele Geistliche und Ehrenamtliche anderen Menschen beigestanden sind. Ich selbst habe unzählige Anrufe gemacht - aber das ist eben etwas, das man in der Öffentlichkeit nicht so wahrnimmt, das nicht spektakulär ist. Was mich stört, ist diese Angstmacherei. Jeden Tag hört man neue Inzidenzwerte, nun auch noch von Mutanten. Ich finde, durch diese Angstmacherei wird alles auch einfach so angenommen an Maßnahmen. In Berlin tagt das Schattenkabinett der Virologen!. Sicher, man darf Corona nicht auf die leichte Schulter nehmen. Aber wissen Sie, was mein Vater immer gesagt hat? "Seit einer das Sterben erfunden hat, ist man seines Lebens nicht mehr sicher." Das Leben ist und bleibt ein Risiko. Dennoch bin ich vorsichtig und halte mich viel im Kloster auf. Ich gehe jeden Tag spazieren. Und ich lerne eine neue Sprache: Arabisch.