21. März 2016

Intergalaktische Sonderzahlung

STUTTGARTER-ZEITUNG.DE meldete letzte Woche, dass die rund 15.000 Beschäftigten der Porsche AG für das Rekord-Geschäftsjahr 2015 eine Sonderzahlung von 8.911 Euro erhalten. Im Vorjahr gab es für jeden Beschäftigten 8.600 Euro Sonderzahlung. Angesichts des Abgas-Skandals bei VW war spekuliert worden, ob die Prämie bei der VW-Tochter Porsche ausfällt.

Betriebsratschef Uwe Hück (TiB-Gast von Raimund Haser im Februar 2013) gab zu bedenken, dass weder die Sonderzahlung noch ihre Höhe selbstverständlich seien. "Da reiben sich jetzt sicher einige die Augen", sagte Hück. "Aber die Belegschaft hat gut g'schaffet und deshalb habe ich mich gerne vom Vorstand verhauen lassen, wenn dafür die Mannschaft dieses Jahr wieder eine intergalaktische Sonderzahlung bekommt". Hück verteidigte die Zahlung gegenüber dem Vorstand damit, dass es doch nicht sein könne, dass die Porscheaner weniger bekommen sollen, "nur weil (bei Volkswagen) einige Dummheiten gemacht haben".

Der frühere Porsche- und heutige VW-Konzernchef Matthias Müller hatte im Dezember einigen Wirbel ausgelöst, als er unüberhörbar laut darüber nachdachte, dass der Bonus für die Porsche-Mitarbeiter wegen der hohen Belastungen durch den Abgas-Skandal gekürzt werden könnte. An die Adressen von Audi und Porsche gerichtet, sagte er damals: "Wir sind alle eine Familie, das gilt in guten wie in schlechten Zeiten". Hück aber hielt dagegen, dass Porsche eine eigenständige Marke im Konzern sei.