Liest man das letzten Samstag veröffentlichte Interview, das CSU-Bundes- minister Dr. Gerd Müller (TiB-Gast im September 2016) den Redakteuren der Schwäbischen Zeitung Sabine Lennartz und Hendrik Groth gegeben hat, dann drängt sich der Verdacht auf, dass er die Erklärung des FDP-Vorsitzenden Christian Lindner, mit der dieser den Ausstieg der Liberalen aus den Sondie- rungsgesprächen für eine Jamaika-Koalition begründete, vielleicht gar nicht gelesen hat. Erneut wiederholte er nämlich seine Kritik an der FDP: "Das war eine Flucht aus der Verantwortung. Wer sich wählen lässt, muss auch den Willen haben zu regieren".
Dabei hatte Lindner ausgeprägt verantwortungsbewusst erklärt: "Den Geist des Sondierungs- papiers können und wollen wir nicht verantworten. Wir wären gezwungen, alle unsere Grundsätze aufzugeben und all das, für das wir Jahre gearbeitet haben. Wir werden unsere Wählerinnen und Wähler nicht im Stich lassen, indem wir eine Politik mittragen, von der wir im Kern nicht überzeugt sind. Es ist besser, nicht zu regieren als falsch zu regieren".
Was seine politische Zukunft betrifft, wurde Müller gefragt: "Möchten Sie selbst gerne weiter mitgestalten als Entwicklungsminister?" Müller bejahte die Frage so: "Wenn sich die Gelegenheit dazu ergibt: Ja, gerne. Ich möchte weiterführen, was ich in den letzten Jahren begonnen habe".