06. April 2015

Kabarett ohne Tabuthema

Der unter dem Namen seiner Kunstfigur Erwin Pelzig bekannte fränkische Kabarettist Frank-Markus Barwasser (55) mit Däschla, rot-weiß kariertem Hemd und verbeultem Cord-Hüdli als äußere unverwechselbare Erkennungsmerkmale war Gast beim Weihnachts-TiB 2011. Vor seinem erstmaligen Auftritt in Neu-Isenburg hat er FrankfurterNeuePresse ein interessantes Interview gegeben.

Was seine zahlreichen Auszeichnungen betrifft, sei die 2009 in Forte de Marmi/Italien erhaltene "Premio satirica politica" am überraschendsten gewesen. Besonders gefreut aber habe er sich über den Bayerischen Fernsehpreis 2006, weil den Edmund Stoiber habe überreichen müssen.

Danach gefragt, ob er nach dem Attentat in Paris (Anschlag auf Charlie Hepdo) einen gewissen Bammel oder eine innere Schere habe, antwortete Barwasser außergewöhnlich ernsthaft. "Bislang gehörte hierzulande nicht sehr viel Mut dazu, Kabarettist zu sein. Das könnte sich durchaus mal ändern". Er aber werde Themen wie Islamismus nicht aussparen, denn er habe bisher immer Stellung bezogen. Aber man solle sich nichts vormachen: "Angst kann Kunst und Gesellschaft verändern, spätestens dann, wenn in Deutschland so etwas stattgefunden hat wie in Paris oder Kopenhagen". Positiv sieht er, dass wieder einmal bewusst werde, was es zu verlieren gebe. Der Freiheitsbegriff bekomme dadurch eine ganz andere Dimension.