22. November 2018

Kanzlerin abgekanzelt

Satiriker Martin Sonneborn (TiB-Gast 2009) hat wieder einmal auf seine unnachahmliche Weise zugeschlagen, und zwar gehörig heftig. Dieses Mal spottete er über Kanzlerin Angie, die Merkel. Nachdem diese vor dem EU-Parlament eine viel beachtete europapolitische Rede vom Stapel gelassen hatte, war sie noch anwesend und musste erleben, wie der fraktionslose Angeordnete und Vorsitzende der Partei Die PARTEI das Wort griff, um die Bundeskanzlerin abzukanzeln.

Zu Beginn seiner einminütigen Rede legt der jetzt 53-Jährige ein Bekenntnis ab: "Herr Präsident, Frau Bundeskanzlerin, ich muss mich entschuldigen. Ich habe gar keine Rede vorbereitet, ich habe die Redezeit nur beantragt, weil sie sonst an Udo Vogt von der NPD gefallen wäre". Dafür gab es Lacher und Applaus.

Der Kanzlerin dichtete der Satiriker einen Abschied von der wuropäischen Bühne an. Samt scherzhaft gemeinter, aber makabrer Note: "Wir haben uns zum letzten Mal bei Helmut Kohl gesehen. Jetzt sehen wir uns bei Ihrem Abschied". Merkels Abschied als CDU-Vositzende kommentierte der Spaßpolitiker bittersüß, dann aber doch wieder mit trocken-bösem Humor. "Ich möchte Ihnen mitgeben, Sie werden mir immer sympathischer, je mehr ich die Leute sehe, die Ihnen in der CDU folgen werden in den nächsten Monaten und Jahren".

Wie Merkur.de schreibt, legte Sonneborn auch noch nach: "Ich möchte Sie bitten, übergeben Sie, wenn Sie gehen, unser Land besenrein, das wäre nett - und jetzt können Sie gehen, vielen Dank!"