27. Oktober 2014

Kein Islam ohne Islamismus

Unter diesem Titel veröffentlichte das MAGAZIN FÜR POLITISCHE KULTUR Cicero ein Streitgespräch zwischen Lamya Kaddor und dem Wissenschaftler und Islam-Experten Hamed Abdel-Samad, der im April diesen Jahres TiB-Gast von Raimund Haser war. "Fatwa. Im Fadenkreuz radikaler Islamisten" lautete der Titel der Veranstaltung im Bocksaal.

Ob der Islam friedlich ist oder ob er zur Gewalt anstiftet, über diese zentrale Streitfrage stritt sich Abdel-Samad mit der Islamwissenschaftlerin und Religionspädagogin Kaddor. Sie hat u.a. einen "Koran für Kinder und Erwachsene" herausgegeben und lehrte an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster.

"Nur der Islam tritt mit dem Anspruch auf", sagt Abdel-Samad, "er sei das letzte und endgültige Wort Gottes". Dennoch stecke der Koran voller innerer Widersprüche, die den Keim für die blutigen innerislamischen Schlachten bildeten. Diese hätten bereits unmittelbar nach Mohammeds Tod begonnen. Und: "Ein Gott, der so etwas wollen kann, wäre ein Psychopath". An anderer Stelle des Streitgesprächs äußert Abdel-Samad: "Derzeit sind 57 Staaten Mitglied der islamischen Konferenz. Kein einziger ist eine islamismusfreie Zone, es gibt eben keinen Islam ohne Islamismus".

Am Ende des Gesprächs äußert der TiB-Gast einen ganz frommen Wunsch: "Es wäre schön, wenn auch die Menschen, die nicht an den Koran glauben, in Frieden leben und den Islam öffentlich kritisieren könnten. Ich hoffe, ich werde es noch erleben".