In einem Interview mit Hubertus von Sprenger, dem deutschen Anwalt des türkischen Premiers Erdogan, in seiner ZDF-Sendung "heute-journal" machte Claus Kleber (TiB-Gast im Juli 2012) von der ersten Frage an klar, in welche Richtung das Interview geht. Er gab sich auch keine Mühe, seine Angriffslust zu verstecken. "Was verspricht sich seine Exzellenz im Palast von Ankara von einem Amtsrichter in Mainz?" Rums. Majestätsbeleidigung also.
Sprenger gab Auskunft darüber, dass der Präsident "die Bestrafung des Betroffenen (ZDF-Satiriker Jan Böhmermann) wolle und dass dieser "in Zukunft nicht das wiederholt, was er gesagt hat". Laut Berliner Zeitung wolle der Anwalt dafür alle Rechtsmittel ausschöpfen. Die erforderliche Strafe solle Böhmermann auf den rechten Weg zurückführen, also keine plumpen Beleidigungen, sondern "Satire zu machen". Immer wieder unter- und durchbrachen scharfzüngige Fragen die anwaltlichen Ausführungen.
Viele Twitter-Nutzer loben Klebers Interview-Führung. "Kleber grillt Erdogans deutschen Anwalt", schreibt zum Beispiel ein User. Oder: "Hat Ihr Mandant nichts Besseres zu tun, als rechtlich gegen Böhmermann vorzugehen?" Melina G. erinnert daran, dass Erdogans Anwalt "übrigens schon Holocaustleugner vertrat".