Vor der Wahl des CDU-Parteivorsitzenden outete sich Ex-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach (TiB-Gast im Januar 2014) als Freund und Unterstützer des Wahlkandidaten Friedrich Merz. Jetzt, nachdem die Schlacht geschlagen und Annegret Kramp-Karrenbauer mit knappem Vorsprung vor Merz das Rennen für sich entschied, ist der "Wobo" einer der Ersten, der sich zum Wahlausgang zu Wort meldet und sogleich ein Knallhart-Urteil fällt.
Am gestrigen Freitag ging um 17.13 Uhr diese Meldung über den Live-Ticker von Merkur.de:
CDU-Mann Bosbach, selbst brennender Merz-Anhänger, zieht erste Schlüsse aus der Wahl: "Glückwunsch an die neue Vorsitzende, der ich für die Führung der CDU ehrlichen Herzens viel Erfolg wünsche". In den zwei Wahlgängen hätten die Delegierten aber noch drei weitere wichtige Weichenstellungen vorgenommen:
"Erstens: Eine knappe Mehrheit der Partei will eine konsequente Fortsetzung des Kurses der letzten Jahre, keine Kurskorrektur. Zweitens: Die Wertkonservativen und Wirtschaftsliberalen werden zwar weiterhin gebraucht, um nach außen hin ein breites politisches Spektrum in der CDU zu repräsentieren, aber sie sollen keinen prägenden Einfluss auf die Programmatik und die Politik der Partei bekommen. Drittens: Jens Spahn wird nach diesem Ergebnis, das weit hinter seinen Hoffnungen zurückgeblieben ist, seinen Traum, bald CDU-Chef zu werden, noch lange Jahre weiter träumen müssen". Bosbach selbst gehört dem wirtschaftsliberalen Flügel der Union an.