Die Splitterpartei Die PARTEI des Parteivorsitzenden Martin Sonneborn (TiB-Gast im September 2009) hat bei der Europawahl für ihre Verhältnisse phänomenal gut abgeschnitten, zumindest einen echten Achtungserfolg erzielt. Sie errang 2,4 Prozent der Stimmen, was zur Folge hat, dass sie jetzt mit zwei Mann im EU-Parlament vertreten sein wird. Der jetzt 54-jährige große Vorsitzende Sonneborn bekommt mit dem jugendlichen Dreiunddreißigjährigen Nico Semsrott einen tatkräftigen und unerschrockenen Mitstreiter an seine Seite. Bekannt wurde der junge Comedian durch die "heute show" des Zweiten Deutschen Fernsehens.
Sonneborn kommentierte den Wahlerfolg süffisant auf seine Weise so: "Ich freue mich sehr, dass Nico jetzt mit nach Brüssel kommt - einfach aus dem Grund, dass ich mich zur Ruhe setzen kann in den nächsten fünf Jahren. Nico ist 20 Jahre jünger, er hat versprochen, die Arbeit zu machen". Den gehörigen Stimmenzuwachs seiner PARTEI erklärte Sonneborn mit der aktiven Mitarbeit der anderen Parteien: "Danke, dass die für uns Wahlkampf gemacht haben". Seine Prognose für die Zukunft: "Die Grünen werden die neue SPD. Und wir werden die neuen Grünen".
In Baden-Württemberg holte die satirische Spaßpartei stattliche 2,0 Prozent der Stimmen, damit 1,5 Prozentpunkte mehr als bei der Europawahl 2014. Besonders auffällig sind die Wahlerfolge bei den jungen Wählern. Laut infratest dimap wählte fast jeder zehnte Erstwähler die Partei von Sonneborn, Semsrott und Co. Damit lag sie in dieser Statistik vor SPD, FDP, Linke und AfD.