31. Dezember 2014

Mann für Schreckensregime

"Krawall und Satire" lautet der Titel des  Parteiprogramms der Partei "Die PARTEI", das ihr Vorsitzender Martin Sonneborn (49), der 2009  beim TiB zu Gast war, in Weimar bei der Neugründung des Ortsverbandes vorgestellt hat. Nachdem das Bundesverfassungsgericht die Prozent-Hürde für die Europawahl kippte, ist der professionelle Satiriker auch EU-Abgeordneter.

In einem Interview der in Erfurt erscheinenden Thüringer Allgemeine bejahte er die Frage, ob ihn der neue linke Ministerpräsident Bodo Ramelow mit Hoffnung erfülle. In Anbetracht der Schmähungen Ramelows durch die CDU müsse der - mindestens, wenn nicht noch mehr - 20 Menschen an der Mauer erschossen haben. So sei er "unser Mann, um ein kommunistisches Schreckensregime im Osten aufzubauen". Dieses Regime brauche man "als Gegenspieler zum sich immer irrer gebärdenden Kapitalismus".

Dass es eine absolut groteske Veranstaltung ist, ist Sonneborns Antwort auf die Frage, was er inzwischen in Brüssel über Europa gelernt habe. Er bestätigte, dass es das reinste Spaßparlament sei, seit er selbst dabei ist. Zur Begründung: "Ich habe in 40 Minuten 204 Abstimmungen mitgemacht. Das geht nur im Sekundentakt. Es gibt Cheerleader, die den Daumen hoch- oder runterhalten, damit die Leute wissen , wie sie entscheiden sollen". In einer unseriösen Ecke des Parlaments zwischen FPÖ, einem unrasierten AfD-Menschen und Marine le Pen, die auch unrasiert sei, sitzend, sehe er deren Abstimmungslisten. Auf denen stehe, wann sie die Hand heben müssen.