Rund einen Monat vor seinem TiB-Besuch am kommenden Montag, den 24. November, hat Rainer Eppelmann in Neukirchen-Vluyn (NRW) schon mal einen Vorgeschmack auf das gegeben, was die Leutkircher erwarten wird. Wie RP ONLINE berichtete, sprach der Pfarrer über Demokratie und seine Vergangenheit in der abstoßenden Diktatur des selbst ernannten "fortschrittlichen" zweiten deutschen Staates. Wie es seine Art ist, nahm er sich kein Blatt vor den Mund.
Von seinem Leben in der DDR berichtete er: "Wir mussten so tun, als wenn wir alles gut finden und wurden zur eigenen Lüge ermuntert. Viele hätten daran gedacht, einfach wegzugehen, rüber zu machen, jedoch schloss der Mauerbau 1963 das Schlupfloch zur Freiheit in den Westen". Folge: "Wir reisten allabendlich aus. Sahen mit ARD und ZDF in Ihre Büros und Wohnzimmer. Und wir dachten: Mann, jeht et denen jut!" Ihre Sehnsucht nach Freiheit sei immer größer geworden. Erst mit den Montagsdemonstrationen nach dem Mauerfall vom 9. November 1989 hätten sie aufgehört, nur zu flüstern.
Was seine eigene Zukunft betrifft, äußerte der jetzt 71-Jährige einen Wunsch: "Ich möchte mit klarem Kopf wenigstens 93 Jahre alt werden. Dann habe ich ein Jahr länger in Demokratie als in Diktatur gelebt".