24. Mai 2021

Mehr Toleranz für Querdenker

Am gestrigen 23. Mai, dem 72. Geburtstag der Bundesrepublik Deutschland durch die feierliche Inkraftsetzung des Grundgesetzes meldete sich Alt-Bundespräsident Joachim Gauck (81), unser geschätzter TiB-Gast von März 2011, zu Wort, allerdings zu einer ganz anderen aktuellen Thematik. Er fordert eine größere Toleranz für die oft als Covidioten abgestempelten Querdenker und Impfgegner. Gauck begründet seine Forderung damit, dass nicht alle von ihnen "eine Gefahr für die Demokratie" seien. So meldet es das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) auf seiner Homepage.

 

Gegenüber der Berliner Tageszeitung TAGESSPIEGEL räumte Gauck ein, dass das "Ausmaß von Spinnerten, die Querfront von Linksaußen bis Rechtsaußen und das Esoterische" im Hinblick auf Demos gegen die Corona-Maßnahmen abschrecken". Aber es seien keineswegs alle, die dort mitlaufen, wirklich eine Gefahr für die Demokratie.

 

Bereits Anfang 2020 hatte der 1940 in Rostock geborene Hanseate eine "erweiterte Toleranz" gegenüber AfD-Wählern angemahnt. Das gelte nun auch für Querdenker und Impfgegner, sagte er. Wer Hass und Hetze verbreite, dem müsse mit rechtsstaatlichen Mitteln entgegen getreten werden. Dazu Gauck wörtlich: "Aber ich möchte auch nicht, dass wir mit dem illiberalen Mittel des Verbots einschreiten, solange jemand nicht wirklich die Demokratie gefährdet".