Die AfD erobert den Osten, die Grünen erklimmen immer neue Höhen, schreibt der Berliner TAGESSPIEGEL jetzt. Weil solche Entwicklungen ganz neue, unangenehme Debatten in die Koalitionsparteien bringen, hat sich auch der jetzt 79-jährige Alt- Bundespräsident Joachim Gauck zu Wort gemeldet und eingeschaltet. Als er als TiB-Gast von Bernd Dassel im März 2011 die Festhalle füllte, stand er als "Fast-Präsident" kurz vor seiner Wahl ins höchste deutsche Staatsamt.
Gauck rät dazu, nicht immer nur schwarz und weiß, sondern auch die Grautöne dazwischen zu sehen. "Wir müssen zwischen rechts - im Sinne von konservativ - und rechtsextremistisch bzw. rechtsradikal unterscheiden", sagte Gauck dem SPIEGEL im Interview. Er wirbt für eine erweiterte Toleranz in Richtung rechts. Damit befeuert er eine Debatte, die die Parteien der GroKo voll in Anspruch nimmt.
Die neue parteipolitische Unübersichtlichkeit in einer sich spaltenden Gesellschaft brächte einiges ins Rutschen. Statt kontrovers-fairer Debatten herrsche zu viel Twitter-Aufregung. Die CDU, einst einmal ein Stabilitätsanker, verfällt in anhaltende Unsicherheit. Und die SPD kämpft bereits ihren Existenzkampf.