Nach der Messer-Attacke auf die inzwischen zur Oberbürgermeisterin der Domstadt gewählte Henriette Reker hat Christian Wiermer im Kölner EXPRESS einen Artikel mit dem Titel "Politiker immer öfter im Hass-Visier" veröffentlicht. Neben Bundesinnenminister de Maiziére, der vor der zunehmenden Radikalisierung der Flüchtlingsdebatte warnt, wird auch der jetzt nur noch einfache CDU-Abgeordnete Wolfgang Bosbach (63), der Januar 2014 Gast beim "Talk im Bock" war, einbezogen. Auch nach seinem Rücktritt vom Vorsitz des Innenausschusses hat "Wobos" Stimme noch viel Gewicht.
Bosbach, der seit 43 Jahren in der Politik, seit 21 Jahren im Bundestag tätig ist, sagte: "Der Ton wird rauer. Es hat immer wieder Beleidigungen oder Drohungen gegeben, aber nicht in einer solchen Massivität". Zugenommen habe vor allem die sprachliche Gewalt. So habe er persönlich Zuschriften erhalten, wo jemand äußerte: "Wenn Sie Ihrem Krebsleiden erliegen, mache ich eine gute Flasche Sekt auf" oder "Sie sind der geborene Nachfolger Adolf Hitlers".
Eine Ursache für den Aufbau der sprachlichen Gewaltspirale sieht der CDU-Mann in den so genannten sozialen Medien. "Im vermeintlichen Schutz des Internets und hinter der Anonymität skurriler Adressen werden unverhohlen Drohungen ausgestoßen". Noch mehr als dass auf Demos von Pegida-Leuten der Galgen gewünscht wird, besorgt Bosbach die Tatsache, "dass die Tausenden umherstehenden, angeblich besorgten Bürger nicht dafür sorgen, dass solche Symbole entfernt werden". Daraus leitet er diese ganz wichtige Forderung ab: "Die Mehrheit muss sich über die radikale Minderheit stellen!"