Die Deutsch-Chinesin Xifan Yang (28), die im Juli letzten Jahres bei Raimund Haser im TiB zu Gast war, kennt Freiburg im Breisgau so gut wie ihre eigene Westentasche. Und diese so gut wie Schanghai, denn schließlich ist sie im Südbadischen aufgewachsen. Jetzt arbeitet sie als Korrespondentin in ihrem Geburtsland im fernöstlichen China. Schon in Leutkirch sprach sie über ihr Buch "Als die Karpfen fliegen lernten", in dem sie über die Geschichte ihrer Familie und ihres Landes schrieb. Neulich gab sie der Badischen Zeitung dazu ein umfangreiches Interview.
Gefragt, wie es derzeit um die Zensur im Land steht, antwortete die Korrespondentin: "Es wird immer schlimmer in der letzten Zeit. Wenn ich eine chinesische Journalistin wäre und den Anspruch hätte, über Missstände zu schreiben, wäre kein sinnvolles Arbeiten möglich. Staats- und Parteichef Xi Jinping geht mit aller Härte gegen freie Meinungsäußerung vor".
Heißt das auch, dass Yang ihr Buch in China nicht wird veröffentlichen können? Dazu die Autorin: "Es ginge nur unter ganz großen Kompromissen, die ich nicht eingehen möchte. Man müsste das ganze Tiananmen-Kapitel (Massaker von 1989 auf dem Pekinger Platz des Himmlischen Friedens) streichen". Dann aber, so Yang, hätte das Buch für sie keinen Sinn mehr.