10. Februar 2016

Modernste standpunktfreie Turbopolitik

Im Stil eines großen Politikers, zwar (noch) nicht mit einer Neujahrs- oder einer Weihnachtsansprache, wartet der Parteivorsitzende der Partei DIE PARTEI, Martin Sonneborn (50), als fraktionsloses Mitglied des Europäischen Parlaments auf seiner Homepage mit einem von seiner Bedeutung her vergleichbarem umfassenden Interview auf. Wer Sonneborn vom TiB im September 2009, wo er sich im Bocksaal ganz freimütig als "Mauerwiedererrichtungsaktivist" outete, in Erinnerung hat, dem sei die Lektüre in seinem Pressearchiv 2016 unter dem Titel "Wir koalieren nicht mit Spaßparteien" herzlich empfohlen.

Politainment nennt er den von seiner Partei und von ihm gepflegten modernen Politikstil. Mit unterhaltsamen, komischen, mitunter auch satirischen Momenten gehe es darum, "Sympathie für unsere Machtübernahme zu schaffen". Gefragt, ob er die Macht zuerst im Bund oder in Europa übernehmen wolle, entgegnete der selbst ernannte GröVaZ (Größter Vorsitzender aller Zeiten): "Das ist eigentlich egal. Ich kämpfe für ein Kerneuropa mit 27 Satellitenstaaten". Als Spitzenkandidat seiner Partei wolle er aber nicht antreten, denn da lasse er gut aussehenden Frauen den Vortritt. Das habe sich im Kampf gegen Merkel, wo man immer schon auf schöne Frauen gesetzt habe, bewährt. Ungefähr 40 hübsche Damen hätten sich bereits als Kanzlerkandidatin beworben.

Schließlich antwortete Sonneborn auf die Frage, was etablierte Parteien von ihm lernen könnten: "Modernste Turbopolitik!" Darunter verstehe er "eine moderne, populistische, sympathische, medial gut vermittelte, standpunktfreie Politik.