Natürlich ist die als "Weltstadt mit Herz" bekannte bayerische Landeshauptstadt München keine Provinz. Dennoch können sich auch dort so merkwürdige Begebenheiten abspielen, dass bestimmt nicht nur Margarete Bause, die Fraktionschefin der Landtags-Grünen, von einer Provinzposse spricht. So berichtete Süddeutsche.de, dass Claudia Roth, einst Bundesvorsitzende der Grünen und Stammgast in der Stadtratsbox, jetzt Bundestagsvizepräsidentin, dieses Jahr draußen bleiben muss, wenn drinnen im Schottenhamel-Zelt der heurige Wiesn-Anstich stattfindet. So habe es der Ältestenrat des Münchner Stadtrats beschlossen.
"Warum diese Watschn, die zu Füßen Bavarias schlimmer bewertet wird als der Gang zum Schichtl?" fragt die "Süddeutsche". Immerhin saß die grüne Roth schon mit dem Dalai Lama beim Tee (und beim "Talk im Bock" saß sie auch schon bei Bernd Dassel auf dem Podium am Tisch).
In des Ältestenrates Begründung heißt es, dass man den Tag der Oktoberfest-Eröffnung möglichst münchnerisch halten wolle. Die Kriterien für eine Einladung zum Anstich stünden seit ewigen Zeiten fest, u.a. das Kriterium, dass Politiker in einem Wahlkreis Münchens gewählt sein müssen. Die Claudia kandidiert aber in Augsburg. Selbst will sie sich nicht dazu äußern, aber der Rauswurf soll sie schon hart getroffen haben. Nun gut - dass sie kein Münchner Kindl ist, sieht man bereits daran, dass man sie öfter im Dirndl antrifft als jede Kreisbäuerin im Oberland. Das für die heurige Wiesn vorgesehene kann sie jetzt ja auf dem Wasen in Canstatt tragen.