25. September 2014

Nahe an der Wirklichkeit

Das Medienmagazin pro hat kürzlich unter dem Titel "So nah wie möglich an der Wirklichkeit" einen Artikel über sechs namhafte sogenannte Kriegsreporter veröffentlicht, darunter auch über SPIEGEL-Reporter Christoph Reuter, der Mai 2013 mit Raimund Haser im TiB getalkt hat. Sie müssen oft abwägen, ob sie sich für ein gutes Bild in ernste Gefahr begeben wollen oder nicht. Die abscheulichen Enthauptungen zweier amerikanischer Reporter durch IS-Terroristen im Irak machen diese Entscheidung besonders brisant.

ARD-Reporter Stefan Buchen hatte persönlichen Kontakt zum ermordeten James Foley. Nach seiner Überzeugung haben diese Morde eine Reise in den Nordirak unmöglich gemacht. Die Konsequenz sei, dass kaum einer wisse, was dort wirklich geschehe.

Reuter treibt die Suche nach der Wahrheit an. Seine Recherchen seien "forensische Erkundigungen". Er sucht sich vor Ort Zeugen, die ungestört reden können, und achtet streng darauf, dass ihm keine Vertuschungsversuche begegnen. Oft seien es die Details, die klären helfen, welche Version eines Geschehens stimmt. Es gehe darum, der Wahrheit ganz nahe zu kommen. Ohne Reporter in den Kriegsgebieten lassen sich Echtheit von Bildern und Aussagen nicht mehr überprüfen, erklärte er.