Der in Durach bei Kempten wohnende CSU-Bundesminister für Entwicklung und wirtschaftliche Zusammenarbeit, Dr. Gerd Müller (61), der im September 2016 bei Andreas Müller zum TiB im Bocksaal war, wird in Tunesien, Mali, Irak oder wo auch immer, als gern gesehener Besucher mit offenen Armen empfangen. Das liegt daran, dass er mit einem Ressort-Etat von gut acht Milliarden Euro zu den einflussreichsten Entwicklungspolitikern der Welt gehört. Entsprechend tritt er auch selbstbewusst auf. Wenn es zum Beispiel wie jetzt um den Umgang mit Staaten geht, die keine in Deutschland abgelehnten Asylbewerber zurücknehmen wollen.
Wie der bisherige Berlin-Korrespondent Rudi Wais der Augsburger Allgemeine schreibt, hält Müller nichts davon, nicht kooperierenden Ländern mit Kürzung der Entwicklungshilfe zu drohen. Ihn treibt nämlich die Sorge um, dass das Zusammenstreichen solcher Hilfen in einem wirt- schaftlichen Kollaps enden werde. Mit der Folge, dass dann noch mehr junge Menschen kommen und ihr Glück in Deutschland versuchen würden.
"Wir müssen noch stärker in die Herkunfts- und Aufnahmeländer investieren", heißt es in einem Positionspapier aus dem Entwicklungsministerium. Diese Woche stellt Müller im Auftrag seines bayerischen Ministerpräsidenten Seehofer einen neuen Hilfspakt für Afrika vor.